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Unterwasserwaffen der S-Boote der Bundesmarine

Die Hauptbewaffnung der Schnellboote der Klassen 140, 141, 142, 149, 152 und 153 bestand aus Torpedos.

Die sechs Boote der Klasse 149 und die beiden Schulboote "UW 10" und "UW 11" erhielten 1956/1957 mittschiffs je ein ausschwenkbares Torpedorohr Kaliber 53,3 cm (21 inch).

S-"Sturmmöwe" mit ausschwenkbarem Torpedorohr - Foto: Archiv J. Prochnow

"UW 10" und -"UW 11" in der MUWS - Foto: Archiv K. Scheuch

Die Boote der Klassen 140, 141 und 142 erhielten jeweils vier Torpedorohre (ToRo M 1) britischer Bauart  (Saunders-Roe) mit einem Kaliber von 53,3 cm gefertigt von der Firma Pintsch-Bamag. Die Rohre waren 10 Grad (vorne) bzw. 15 Grad (achtern) nach Stb bzw. Bb aus der Mittschiffsrichtung angeordnet.

Die Torpedos wurden mit ca. 130 Atü Pressluft aus den Rohren ausgestossen. Ein Versuch im 2. S-Geschwader Ende der 50iger Jahre, den Torpeo mit einer Treibladung auszustoßen, endete für einen Kapitänleutnant des Testpersonals tödlich. Daraufhin wurden die Versuche eingestellt.

Torpedorohr 533mm "Pintch-Bamag" Bild: Archiv FMS

Das restaurierte ToRo IV vom "Kranich"im DMM - Foto: Hartmut Klose

Das Rohr war eine geschweisste Aluminiumkonstruktion mit verschiedenen Anbauteilen z.B. Presslufflasche, Drahtwinde zum Einziehen des Torpedos und verschiedene Geräte zum Einstellen des Torpedos im Rohr. Da neben den im Wesentlichen aus französischen Beständen erworbenen deutschen Weltkriegs-II-Torpedos "G 7 a" auch die britischen Torpedos "Mark 8" verschossen werden sollten, bekam das Standard -Torpedorohr die Stellzeuge für den Geradlaufapparat und die Lauftiefe, den Haltebolzen und den Starthebel doppelt.

Rohr IV eines S-Bootes Klasse 140 mit doppelten Stellzeugen - Foto: Archiv K. Scheuch

Laden eines Torpedos G 7 a auf einem "Jaguar"-Boot - Foto: Archiv K. Scheuch

Hinter den Torpedorohren befanden sich Lagerschalen, in die der Torpedo beim Beladen gelegt wurde, damit er  mit Hilfe eines Stahlseils und der Winde auf dem Tropedorohr in das Rohr gezogen werden konnte. Die Lagerschalen dienten auch zum Mitführen von Reservetorpedos, die nach dem Schießen eines Torpedos in das freigewordene Rohr geladen werden konnten.

Da der Platz hinter den achteren Rohren nicht für lange Lageschlalen ausreichte, befand sich mittschiffs ein drehbarer Lagerbock, der beim Laden der Torpedos für beide Rohre zum Einsatz kam.

Beim Übungsschießen wurde gelegentlich befohlen, hinter einem der achteren Rohre einen siebenten Torpedo mitzufühern, was den Zugang zum Notruderraum (Abt. I) sehr behinderte.

 

Torpedo "G 7 a"

Aus französischen Beständen (Restbestände der Kriegsmarine) erwarb Deutschland ab 1957 größere Mengen Wletkrieg-II-Torpedos "G 7 a".

Der "G 7 a" ware eine Entwicklung der Reichsmarine und kam 1934 erstmals in die Flotte. Er hatte ein Kaliber von 21 Zoll (= 533 mm - erhielt daher den Buchstaben "G" in der Typenbezeichnung). Seine Länge betrug 7,14 m (abgerundet 7 m und daher die Zahl "7" in der Typenbezeichnung). Da er als erster Torpedo dieses Kalibers und dieser Länge entwickelt wurde, erhielt er die Bezeichnung "a". Er wurde mit einem Dampfgasmotor (basierend auf der britischen Brotherhood-Maschine) entwickelt.

Der Dampfgasmotor trieb über ein Getriebe zwei gegenläufige Propeller, damit der Torpedo sich nicht durch die Propellerwirkung eines Propellers im Wasser um die eigene Achse drehte.

Ein Zweikreiselsystem sorgte für die Einhaltung des eingestellten Kurses über die Seitenruder. Die Tiefenruder wurden über einen Tiefenruderapparat gesteuert. Im Gegensatz zu den britischen Torpedos waren beim "G 7 a" die Seiten- und Tiefenruder hinter den beiden gegenläufigen Propellern angeordnet.

Schwanzstück "G 7 a" - Foto: Wikipedia

Der "G 7 a" wurde bis Anfang der 70er Jahre durch die Bundesmarine und durch die Marinen Dänemarks, Norwegens und Spaniens benutzt.

Der Torpedo hatte ein Gefechtsgewicht von 1538 kg. Der Dampfgasmotor wurde mit Petroleum betrieben und erzeugte eine Torpdogeschwindigkeit von 44 kn. Er hatte eine Reichweite von 6 km, bei 30 kn von 12 km.

Torpedo G 7 a - Zeichung: Wikipedia

Der Gefechtskopf enthielt 280 kg Schießwolle 36 und wurde durch Aufschlag- bzw. Magnet-Abstandszünder gezündet.

Der Torpedo verfügte über keine Zielortungfähigkeit, d.h. er war ein Geradeausläufer, der bei funktionierenden Kreiseln den beim Schuss eingestellten Kurs hielt.

Im Gegensatz zum Gefechtskopf des "G 7 a", der olivgrün gemalt war, hatten die Übungsköpfe in Längsrichtung rot-weiße Streifen. Statt der Gefechtspistole befand sich in der dafür vorgesehenen Öffnung eine Kopflampe für das Nachtschießen, die die Beobachtung des Zieldurchgangs sowie die Verfolgung des Torpedos zum Einfangen am Ende der Laufstrecke erleichtern sollte.

Übungs-Torpedo "G 7 a" - Foto: Wikipedia

 

Torpedo "Mark 8"

Der Torpedo "Mark 8" wurde in den 20iger Jahren des vorigen Jahrhunderts in England entwickelt und war der Standard-Torpedo der englischen Marine im 2. Weltkrieg. Die Bundesmarine beschaffte ihn aus Beständen der englichen Marine und verschoss ihn wie den Torpedo "G 7 A " aus den Pintsch-Bamag Torpedorohren.

Es handelte sich ebenfalls um einen Dampfgastorpedo des Kalibers 533 mm bei einer Länge von 6579 mm. Sein Gewicht betrug 1566 kg und der Gefechtskopf enthielt 365 kg Torpex. Der Torpedo "Mark 8" hatte bei 41 kn eine Laufstrecke von 6400 m, bei 45 kn ein Laufstrecke von 4570 m.

Da Tiefeneinstellung und Einstellung des Geradlaufappates an anderen Stellen des Torpedos vorgenommen werden mussten als beim "G 7 a", hatte das Torpedorohr versetzbare Stellzeuge, die je nach Torpedo umgerüstet werden nussten.

"Mark 8"-Schuss aus Rohr III - Foto: Archiv B. Etzold

Ansonsten waren Aufbau und Technik nahezu identisch mit dem "G 7 a". Optisch waren die Torpedos dadurch zu unterscheiden, dass der "G 7 a" die Seiten- un d Tiefenruder hinter den Propellern hatt, der "Mk 8" davor. Der Übungskopf des "Mk 8" war in der unteren Hälfte rot, in der oberen Hälfte gelb gemalt. Auch er hatte für das Nachtschießen eine Kopflampe.

Der letzte Schuss eines "Mark 8"-Torpedos der Bundesmarine erfolgte am 12.06.1975.

Der letzte "Mk 8" auf dem Seitendeck Tender "Elbe" - Foto: Atchiv B. Etzold

Der Geschwaderkommandeur, FKpt Giermann, meldete:

Fm Kdr 2.SG to Kdr SFltl 12. Juni 1975
1 letzter torpedoangriff der deutschen schnellbootwaffe mit mk 8 durchgeführt. angriff aus der sonne.
2 9a2-9a5-60-9d-0443
3 treffer mittschiffs mit zwei torpedos

Beladen S-"Kranich" in Mürwik mit Gefechtstorpedos "Mk 8" - Foto: U. Grothe

Der Torpedo "G 7 a" und der Torpedo "Mk 8" waren beide ungelenkt, das heißt, sie konnten nach dem Ausstoßen vom Boot nicht mehr beeinflusst werden und orteten auch nicht selbsttätig ihr Ziel. Nach dem Eintauchen, das bei höheren Geschwindigkeiten umso tiefer war, wurde der Torpedo auf die eingestllte Tiefe eingesteuert. Der Zweikreisel-Steuermechanismus wurde für Winkelschüsse benutzt. Meist diente er jedoch nur zum Einsteuern des Torpedos auf den Bootskurs als geplanten Schusskurs,d.h. dass beispielsweise der vordere Backbordtorpedo nach dem Eintauchen eine Kursänderung um 10 Grad nach Steuerbord durchführte, um dann geradeaus in Fahrtrichtung des Bootes zu laufen.

 

Torpedo "DM 2 A 1"

Da sowohl die Torpedos "G 7 a" als auch die Torpedos "Mk 8" es erforderlich machten, nahe an das zu bekämpfende Ziel heranzufahren, um mit den Geradeausläufern einen Treffer zu erzielen, wurde seit den frühen 60iger Jahren im Auftrag des Bundes durch die Firma STN Atlas an der Entwicklung eines neuen drahtgelenktenTorpeos gearbeitet.

Der von STN Atlas entwickelte Torpedo mit der Bezeichnugn "DM 2" hatte ein Kaliber von 533 mm und eine Länge von 6,08 m. Die verbesserte Version "DM 2  A 1" "SEAL" (auch als Seeaal bezeichnet) war aber  6,55 m lang. 1967/68 fanden die ersten Bordversuche mit den Booten "Wilhelm Laudahn" (ex S-"Seeschwalbe") und S-"Kormoran" statt.

Der Torpedo wurde aus nach hinten gerichteten Torpedorohren verschossen und durch eine Zink-Silber-Batterie elektrisch angetrieben, was eine optische Erfassung durch den Gegner fast unmöglich machte. Der Torpedo wurde mit zwei gegenkäufigen Propellern auf eine Geschwindigkeit von 33 kn gebracht. Dabei betrug die Laufstrecke 20 km.

Übernahme eines SEAL-Torpedos - Foto: H. Soltau

Über den 18,5 km langen Steuerungsdraht, der zur Hälfte im Torpedo und zur anderen Hälfte im Torpedorohr beim Schuss abspulte, konnte nicht nur der Kurs des Torpedos  sondern auch seine Lauftiefe von der Konsole der Torpedo-Feuerleit-Anlage AH 7020-A3 (kurz: TKG) an Bord des schießenden Bootes verändert werden.

Torpedo DM 2 A1 (SEAL) im DMM - Foto: kriegsschiffe.net

Der Torpedo meldete Gechwindigkeit, Kurs, abgelaufenen Drahtlänge und Lauftiefe an das Boot, so dass der Bediener am TKG korrigierend eingreifen konnte. Der passiv arbeitende Suchkopf des Torpedos übermittelte die Peilung des angesteuerten Ziels. Bei Bruch oder Ende des Lenkdrahtes ging der Torpedo in einen Programmlauf über und der Suchkopf ging in den aktiven Modus über, so dass eine Trefferwahrscheinlichkeit von 90% erzielt wurde.

Der Gefechtskopf enthielt 250 TNT und war mit einem Annäherungs- und Aufschlagzünder versehen.

S-"Ozelot" mit den neuen Torpedorohren - Foto: Archiv K. Scheuch

S-"Puma" mit den Rohren für SEAL - Foto: Archiv K.Scheuch

 

Torpedorohre bzw. -abwurfgestelle der Testboote

Die beiden Boote der Klasse 152 "Hugin " und "Munin" wurden 1960 als Testgahrzeuge in Dienst gestellt. Die Teste erfolgten mit einem Geschütz und zwei Torpedorohren, einem Geschütz und vier Torpedorohren, sowie zwei Gechützen und vier Torpedorohren- Letztlich bekamen die Boote vier Torpedorohre norwegischer Fertigung ohne Löffel und nur für den Verschuss von "G 7 a" und zwei Bofors40/L70 MEL.

S-"Munin" mit zwei ToRos und einer Bofors - Foto: Archiv J. Prochnow

S-"Munin" mit vier ToRos und zwei Bofors - Foto: Archiv J. Prochnow

 

Die beiden Testfahrzeuge aus England, S-„Strahl“ (P 6194) des englischen Typs „Brave“ und S-„Pfeil“ (P 6193) des englischen Typs „Ferocity“ wurden 1962 in Dienst gestellt. Diese Boote wurden ohne, mit einem und mit zwei Geschützen sowie zwei und vier Torpedoabwurfgestellen getestet. Letztlich bekamen die Boote zwei Bofors  40mm/L70 MEL und vier Abwurfgestelle.

S-"Strahl" mit einem Geschütz und zwei Abwurfgestellen - Foto: Archiv J. Prochnow

S-"Pfeil" mit einem Geschütz und vier Abwurfgestellen - Foto: Archiv J. Prochnow

 

Torpedozielsäule und RZA 5b

Die auf den Booten der Bundemarine verwendete Zielsäule der Firma Hagenuk, Kiel, war eine Weiterentwicklung der schon in der Kriegsmarine benutzten Zielsäule für S-Boote.

Eine der zusätzlichen Funktionen war die Wahlmöglichkeit '"Viererfächer", da die Boote der Klassen 140, 141 und 142 über vier Torpeorohre verfügten.

Die Torpedozielsäule stand in der Mitte der offenen Brücke und der darauf aufgebaute Rohrzielapparat RZA 5b der Firma Carl Zeiss - ebenfalls ein Weiterentwicklung des bereits in der Marine verwendeten RZA 5 - überragte die Windschutzscheibe der Brücke, so dass der Schütze das Ziel ungehindert anvisieren konnte.

An der Zielsäule befanden sich die Anschlüsse für die elektrische Übermittlung der gewählten Abfeuerungsart - Einzelschuss, Zweierfächer vorn, Zweierfächer achtern und Viererfächer - sowie der Einstellungen wie Torpedolauftiefe und Daten für die Geradlaufapparate der Torpedos, wie Spreizwinkel beim Fächerschuss, Ausgleich für die Paralaxe bedingt durch die Aufstellungsart der Torpedorohre. 

Torpedozielsäule mit RZA 5b - Foto: Archiv K. Scheuch

Ansichten der Torpedozielsäule (TZS) von S-"Kranich" - Fotos: H. Klose

 Oben auf der Torpedozielsäule befand sich der Drehsockel (Montageplatte) für den Rohzielapparat. Der sich mit Hilfe des Handrades an der Vorderseite der Zielsäule drehte. Um wieviel sich dar Drehsockel gedreht und damit die Richtung des RZA aus der Mittschiffsrichtung verändert hatte, wurde an der über dem Handrad befindlichen Anzeige angezeigt. In der Nullstellung rastete der Drehsdockel ein, wenn die Nullraste Drehsockel auf „ein“ stand. 

An der Backbordseite (linken Seite) der Zielsäule befanden sich der Drehschalter für die Nullraste des Drehsockels, die Schalter RZA-Beleuchtung, Einsteuermotoren und Folgen sowie die Anschlüsse für die Stromleitungen zu der RZA-Beleuchtung, zum Synchro rot und zum Synchro stat. 

Bei eingeschalteten Einsteuermotoren und gelegtem Folgeschalter wurde über das eingerastete Geradlaufapparat-Stellzeug des gewähltenTorpedorohres bzw. der gewählten Torpedorohre der Wert des Schwenkwinkels in den Torpedo bzw. die Torpedos eingegeben und damit der Schußkurs verändert, so dass ein so genannter Winkelschuss möglich wurde. Beim Fächerschuss wurde am RZA der gewünschte Spreizwinkel eingegeben,so dass die Laufbahnen der Torpedos einen Fächer ergaben.

An der Steuerbordseite befanden sich der Wahlschalter für das Einstellen bzw. Abstellen der Nullraste für die Schwenkplatte, der Dimmer für die RZA-Beleuchtung sowie die elektrischen Anschlüsse für die Beleuchtung RZA, den Galvanometer und die Abfeuerung rechts.

Auf die Schwenkplatte wurde der Rohrzielapparat montiert. Der RZA 5b bestand aus dem Vorhaltrechner mit der Eingabemöglichkeit von Gegnerlage Bug rechts und Gegnerlage Bug links über einen Hebel sowie über ein Handrad am Ende des Hebels für das Einstellen der Gegnerfahrt. Am Vorhaltrechner wurde die Torpedogeschwindigkeit eingegeben. Der Vorhaltrechner schwenkte dann die Mittelachse der Zieloptik um den berechneten Vorhalt nach  links oder rechts, so dass der Zielfaden durch Drehen des Bootes auf den Schusskurs auf das Ziel zeigte.

TZS und RZA 5b von S-."Kranich" - Foto: H. Klose  

Die Spreizwinkeleinstellung bezog sich auf den Winkel zwischen den Rohren IV und II, II und I sowie I und III. Bei einem Grad Spreizwinkel ergab sich ein Abstand zwischen den Torpedos von 19 m bei einer Laufstrecke von 1000 m, d.h. bei einem Gegnerabstand von 4000 m wurden auf dem Gegnerkurs 456 m abgedeckt.

Neben den Okularen befanden sich die Einstellhebel für die Verwendung der Filter in den Stellungen „Klar“, „Orange“, „Pol. Filter“ und „Neutral Dunkel“. Unterhalb der Okulare befand sich ein kleines Handrad, mit dem man den Abstand der Okulare auf seinen Augenabstand einstellen konnte.

Am Fernrohr des RZA waren links und rechts zwei Griffe angebracht mit denen man das Fernrohr schwenken konnte. An der Innenseite der Griffe befanden sich je ein Knopf mit dem man die Schutzhülle für den Abfeuerknopf anheben konnte, so dass derselbe frei zum Betätigen lag. Das Betätigen des Abfeuerknopfes löste elektrisch den Schuss aus dem angewählten Torpedorohr.

Rohrzielapparat 5b von S-"Kranich" - Foto: H. Klose

Schuss aus Rohr II von S-"Kranich" an der Kimm die "Pelworm" - Foto: Archiv K.Scheuch

 

  Die Boote der Klassen 152 und 153 verfügten über keine Torpedozielsäulen.  

 

Minen

Die Boote der Klassen 140, 141 und 142 konnten auch als schnelle Minenleger verwendet werden, dazu wurden die hinteren Torpedorohre ab- und Minenschienen aufgebaut. Es konnten bis zu 36 Minen mitgeführt werden.

Die Boote der Klasse 148 konnten 6 Minen mitführen. Die Boote der Klasse 143 konnten wegen der auf dem Achterdeck aufgestellten Torpedorohre keine Minen mitühren.  Die Boote der Klasse 143 A jedoch hatten die Möglichkeit bis zu 36 Minen mitgühren Die Minen wurden von Hand über die Minenabwurfbühnen am Heck gelegt.

Für die Vorbereitung, Durchführung und Auswertung von Übungs-Minenwurfabschnitten wurde eine verbandsinterne Vorschrift erarbeitet.

Seeminen können nach der Art ihrer Positionierung in Grundminen und Ankertauminen und nach der Art ihres Zünders in Berührungs- und Fernzündungsminen eingeteilt werden. Die meisten dieser herkömmlichen Minen können in bis zu 60 m Wassertiefe gelegt werden.

Ankertauminen sind einfache, im Wesentlichen auf Mechanik basierende Waffen., Grundminen sind technisch anspruchsvoller, können dafür jedoch gezielt eingesetzt werden und sind sehr viel schwerer zu räumen.

 

Ankertaumine im DMM -Foto: Archiv K. Scheuch

Ankertauminen bestehen aus einem Minenwagen oder Anker, der auf den Meeresgrund sinkt, und dem Minengefäß, das mit einem Drahtseil, dem so genannten Ankertau, am Minenwagen befestigt ist und aufgrund seines Auftriebs dicht unter der Meeresoberfläche schwimmt. Ankertauminen sind üblicherweise mit Berührungszündern ausgestattet und werden durch Kontakt mit einem Schiffsrumpf ausgelöst. In größeren Tiefen werden Ankertauminen auch gegen U-Boote eingesetzt. Die Ankertaumine ist der älteste in großer Zahl eingesetzte Minentyp. Die ersten wurden bereits 1813 vor den Forts Hudson und Richmond eingesetzt. Die Minensperren des Ersten Weltkriegs bestanden ausschließlich aus Ankertauminen, die des Zweiten Weltkriegs vorwiegend, und auch im Kalten Krieg und in Regionalkonflikten nach 1945 wurden Ankertauminen eingeplant bzw. eingesetzt.

Üb-Grundminen auf einem S-Boot - Foto: Archiv K. Scheuch

Bereits im Ersten Weltkrieg wurden Grundminen entwickelt, die auf dem Meeresboden liegen. Grundminen sind Fernzündungsminen. Ihre Zerstörungswirkung geht von der bei der Detonation entstehenden Gas- und Schaumblase aus, die zunächst den Schiffskörper anhebt. Wenn die Gasblase durch die Wasseroberfläche bricht und ihren Druck verliert, entsteht kurzfristig ein Hohlraum unter dem Schiff und die tragende Wirkung des Wassers entfällt in diesem Bereich. Der betroffene Bereich wird also zunächst schockartig angehoben, dann wieder fallengelassen, was zu schweren Personalverlusten und Schäden am Schiffskörper führt. Häufig kommt es zum Auseinanderbrechen des Rumpfes, was mit dem Totalverlust des Schiffs einhergeht.

 

Wasserbomben

Der Grund, warum Schnellboote Wasserbomben mit sich führten, ist im 2. Weltkrieg zu suchen.Die damaligen Schnellboote liefen mit Höchstfahrt sehr dicht an dem gegnerischen Schiff vorbei und warfen sehr flach eingestellte Wasserbomben, die das Schiff stark beschädigten oder versenkten. Dem Schnellboot konnte dabei nichts passieren da es sich durch die Höchstfahrt weit genug von der Explosion entfernt hatte. 

Diese Methode konnte aber nur bei unbewaffneten Schiffen oder wehrunfähigen Schiffen angewandt werden. In der modernen Kriegsführung mit Radar und Elektronik verlor diese Methode ihren Sinn. Auch wurde eingesehen, dass S-Boote mit dem eigenen hohen Geräuschpegel, ohne Horcheinrichtung und ohne Sonar keine Erfolgsaussichten in der U-Boot-Jagd hatten und die vier Wasserbomben wurden wenige Jahre nach der Indienststellung der Boote von Bord gegeben. 

Zwei Wasserbomben an Stb auf einem S-Boot-Modell - Foto: Peter Gerhard

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