Förderverein Museums-Schnellboot e.V.

Aktuelles ----- S-Boote --   -Tender-     Verschiedenes ----- Gästebuch

Wir über uns Waffen der Volksmarine Stoßkräfte

 

Vereinsziele

Spendenaufruf

Beitrittsformular

Kontakt

Gründung

Vorstand

Mitglieder

Satzung

Chronik

Links

Home

Haftungsausschluss

Sponsoren/Spender

Datenschutz

Impressum

 

Besucher dieser Seite:

eschwindigket

   

Waffen der Volksmarine Stoßkräfte 1956 - 1990

 

Die Minen der Volksmarine-S-Boote

 

In den Anfangsjahren der DDR wurden Restbestände der ehemaligen Kriegsmarine vor allem die Einheitsmine C (EMC) mit Berührungszünder benutzt. Die EMC war eine Ankertaumine mit einem Gewicht von 1135 kg, davon 250 kg Ladung, die bei einer Wassertiefe von 7 bis 230 m eingesetzt werden konnte. 

Kontaktmine EMC der Kriegsmarine - Foto: DMM

Neben den Minen aus den Restbeständen der ehemaligen Kriegsmarine benutzte die Volksmarine die sowjetischen Ankertauminen KMD-2-500 und KMD-2-1000 aus sowjetischer Produktion. Die Minen hatten eine Länge von 2450 mm und einen Durchmesser von 533 mm. Sie konnten gegen entmagnetisierte Überwasser- und Unterwasserfahrzeuge bei Wassertiefen bis zu 60 m eingesetzt werden, da sie über einen Wasserdruck- und Akustik-Zünder verfügten. Ein Zählwerk konnte festlegen beim wievielten Überlauf die Mine zündete. Die KMD-2-500 hatte ein Gesamtgewicht von 500 kg wovon 300 kg Ladung war, die KMD-2-1000 wog 1000 Kf wovon 700 kg Ladung war.

Ferner benutzte die Volksmarine in den Anfängen die Kontaktminen JAM und KB, über die keine Informationen vorliegen.

1961 erhielt die Volksmarine von der Sowjetunion 1380 Ankertauminen M 08/39. Die Mine M 08 wurde 1908 in die zaristische Marine eingeführt und 1939 modernisiert. Die Mine bekam eine andere Verankerung und ein Räumschutzseil, welches das Reißen des Ankertaus durch Minenräumkräfte verhinderte. Sie hatte eine Länge von 1290 mm und eine Breite 905 mm. Das Gewicht der Mine betrug 562 kg wovon 110 kg Ladung (Trylotol) war. Die Zündung erfolgte durch Berührung und Verbiegen der Bleikappe eines der Hörner der Mine und damit Aktivierung eines galvanischen Elements. Die Länge des Ankertaus war 110 m. Die Minen waren bis 1970 im Kampfbestand der Volksmarine.

1970 führte die Volkmarine
die sowjetische Mine "UDM" ein. Die UDM war eine Grundfernzündungsmine mit hydro-akustischem und magnetischem Zündgerät,  das auch die Einstellung zuließ nach wieviel Überläufen das Zündgerät scharfgestellt wurde. Die Mine hatte ein Gewicht von 1413 kg (Ladungsbewicht 645 kg) und wurde gegen Überwasserschiffe bei Wassertiefen zwischen 12 und 5
0 m eingesetzt, gegen U-Boote bis 150 m.

Übungsmine UDM - Bild: Auszug aus Foto Archiv H. Mehl

Die Mine hatte eine Länge von ca. 1,5 m und einen Durchmesser von 533 cm bei einem Gewicht von 600 kg davon 350 kg Sprengsstoff.

 

Projekt 16 (Lachs)

Eine Fähigkeit zum Minenlegen der Boote dieses Projektes ist nicht bekannt.

 

Projekt 57 (Forelle)

Aus den Projekt-Zeichnungen geht hervor, dass diese Boote über  Minenschienen beidseits bis in Höhe der Brücke verfügen sollten.  Die Länge der Minenschienen (14 m) läßt vermuten, dass etwa 16 Kontaktminen EMC geladen werden sollten, die über eine Abrollvorrichtung am Heck gelegt werden konnten.

Projekt 57 (Forelle) - Zeichung aus Mehl: Die andere deutsche Marine

 

Projekt 183 (P 6)

Ein Minenschienensystem an beiden Seiten, das sogar etwas am Brückenausbau nach vorn vorbeiführte, mit Ablaufbühnen am Heck erlaubte das Verlegen von bis zu 18 Kontaktminen M08/39, JAM und KB, oder Grundfernzündungsminen KMD-2-500 und KMD-2-1000 sowjetischer Herkunft.  

Projekt 183 (P 6) - Zeichnung aus Mehl: Die andere deutsche Marine

 

 

Projekt 63.300 (Iltis)

Die Boote Projekt 62.300 (Iltis) hatten keine Minenlegekapazität.

 

Projekt 68.200 (Wiesel)

Die Boote Projekt 68.200 (Hydra/Wiesel) konnten nach Demontage und Abgabe der beiden äußeren Torpedorohre insgesamt sechs Minen der Typen UDM, KMD-2-500 oder KMD-1000 an Bord nehmen. 

Boot 995 Projekt 68.200 (Wiesel) in der Variante Minen - Bild aus Mehl: Die andere deutsche Marine

 

 

Projekt 131 (Libelle)

Für das Projekt 131 (Libelle) entwickelte die Peenewerft Minenausstoßgeräte, die mittels Pressluft die UDM-Minen ausstoßen konnten. Das Boote erhielten auf jeder Seite des Aufbaus je eine Minenausstoßanlage, die in der Varante Transport demontiert werden musste.

Testafbau Minenwurfanlage für Projekt 131 - Foto: Archiv H. Mehl

Auswurf einer Übungsmine - Foto: Archiv H. Mehl

Während die scharfen Minen schwarz oder oliv gemalt waren, waren Übungsminen zum besseren Auffinden durch Taucher rot-weiß getreift gemalt.

 

 Konsolen "Torpedozieleinheit", "Nebelanlage" und "T und M-Anlage" eines KTS - Foto: M. Thiel

An der Konsole "T und M-Anlage" konnten durch den Kommandanten nach Legen des Wahlschalters auf die Position "Mine Stb"  oder "Mine Bb" die Fahrtstufen und der Intervall gewählt werden ehe der Ausstoß durch die Taste "Auslösung" erfolgte. 

 

Projekt 206 (Shershen)

Auf den Booten des Projekt 206 (Shershen) waren auf dem Achterdeck Minenschienen und am Heck Auflaufvorrichtungen montiert. Die Boote konnten sechs Minen des Typs UDM laden.

Minen-Übernahme auf einem Shershen - Foto: Dr. F. Weigelt

 

Die Boote der Projekte 205 (OSA I), Projekt 1241 RÄ (Tarantul) und Projekt 151 (Balcom 10) verfügten über keine Minenlegekapazität.