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Sensoren der Volksmarine Stoßkräfte 1956 - 1990

In der Volksmarine wurde der Begriff Radargerät mit Funkmeßgerät belegt. Im Folgenden werden die NATO-Frequenzbandbereiche für die Radargeräte benutzt.

Sensoren Torpedoschnellboot "Lachs" (Projekt 16)

1952 wurde die Entwicklung eines Torpedoschnellbootes mit dem sowjetischen Funkmeßgerät ZARNITZA (Зарница), zwei sowjetischen 53,3cm Torpedorohren OTAM-53 und zwei sowjetischen halbautomatischen 25-mm Flak auf Doppellafette 2-M-3 begonnen und 1957 abgebrochen. Das Radargerät wird in vielen Publikationen "Sarnitza" genannt.

Das sowjetische Seeraumüberwachungs- und Navigationsradar ZARNITZA (Wetterleuchten) - Nato-Code: “Skin Head” - arbeitete  im E/F-Band. Die Antenne war durch ein Radom geschützt, das einen Durchmesser von etwa 0,8 m und eine Höhe von etwa 1 m hatte. Es hatte eine Reichweite von 17 sm.

Funkmeßgerät Zarnitza, hier auf Projekt 67 - Foto: Auszug aus Bild Dr. H. Mehl

 Projekt 16 (Lachs) - Zeichnung aus Mehl: Die andere deutsche Marine

 

Sensoren Torpedoschnellboot „Forelle“ (Projekt 57)

Fast zeitgleich mit dem Projekt „Lachs“ begannen in Roßlau die Planungsarbeiten für das Torpedoschnellboot „Forelle“. Es war an die Entwicklung eines auf der Grundlage des MB 511 geplanten Motors aus DDR-Produktion 20KVD25 gekoppelt und mit dem Scheitern dieser Entwicklung wurde das Projekt „Forelle“ abgebrochen.  

Funkmeßgerät Zarnitza, hier auf Projekt 67 - Foto: Auszug aus Bild Dr. H. Mehl

Projekt 57 (Forelle) - Bild: Nach Dr. H. Mehl

Als Sensor war des sowjetische Funkmeßgerät ZARNITZA (Зарница - Wetterleuchten) – Nato Code: “Skin Head” - vorgesehen. Das Seeraumüberwachungs- und Navigationsradar arbeitete  im E/F-Band. Die Antenne war durch ein Radom geschützt, das einen Durchmesser von etwa 0,8 m und eine Höhe von etwa 1 m hatte. Es hatte eine Reichweite von 17 sm.

Sensoren Torpedoschnellboot "P 6"  (Projekt 183)

Basierend auf den im Lend-Lease-Verfahren der Sowjetunion durch die USA während des 2. Weltkrieges zur Verfügung gestellten 72 PT-Booten wurden nach dem Ende des Weltkrieges die sowjetischen Torpedoschnellboote Projekt 183  (Bolschewik) – NATO-Code: P 6 - entwickelt. Ab 1957 wurden insgesamt 27 Boote an die DDR geliefert.

Die Boote waren mit zwei 53,3 cm Torpedorohren OTAM 53-183, zwei 25mm-Geschützen 2-M-3 und ursprünglich mit dem Seeraumüberwachungsradar ZARNITZA (Skin Head) ausgestattet. Das Seeraumüberwachungs- und Navigationsradar arbeitete  im E/F-Band. Die Antenne war durch ein Radom geschützt, das einen Durchmesser von etwa 0,8 m und eine Höhe von etwa 1 m hatte. Es hatte eine Reichweite von 17 sm.

 

Projekt 183 (P 6) mit Funkmeßgerät Zarnitza (Skin Head) -Foto: Archiv Dr. H. Mehl

Ab 1960 waren die zulaufenden Boote mit dem sowjetischen Funkmeßgerät Reja (Rahe) – Nato-Code: Pot Head – zur Seeraumüberwachung und Zielverfolgung ausgerüstet, die bereits ausgelieferten Boote wurden mit dem Gerät nachgerüstet. Das Gerät arbeitete im I-Band. Die Antenne des Gerätes befand sich in einem flachen, leicht gewölbten Radom von etwa 1,5 m Durchmesser. Es hatte eine Reichweite von 20 sm.

Mast Projekt 183 (P 6) mit REJA-FuM-Gerät und NICHROM FFK

Projekt 183 (P 6) mit Funkmeßgerät Reja (Pot Head) - Foto: Archiv Dr. H. Mehl

Die Hauptaufgabe des Gerätes war das Liefern von Gegner-Daten für die Torpedo-Feuerleiteinrichtung (TZE).  

 

Sensoren Leichtes Torpedoschnellboot "Iltis"  (Projekt 63.300)

Auf Grund einer Ausschreibung durch die Seestreitkräfte der Nationalen Volksarmee entwickelte das Institut für Schiffbautechnik die Pläne für ein 16,8 t Leichtmetall-Boot, das mit zwei sowjetischen Panzermotoren M 50 F angetrieben wurde und mit dem in der DDR vom Funkwerk Köpenick entwickelten Seeraumüberwachungs- und Navigationsradar  KSA-5 ausgerüstet war. Es arbeitete im I-Band und hatte eine Reichweite von 12 sm.

Antenne des Funkmeßgerätes KSA-5

Boot des Typs Projekt 63.300 (Iltis) mit dem Funkmeßgerät KSA-5 -Foto: Archiv Dr. H. Mehl

Das Navigationsradar KSA-5 wurde durch das leistungstärkere Funkmeßgerät des Gerätewerks Leipzig TSR 222 ersetzt. Es arbeitete ebenfalls im I-Band und hatte eine leicht verbesserte Reichweite.

Antenne des Navigationsradars TSR 222

Boot 984 des Typs Projekt 63.300 (Iltis) mit dem Funkmeßgerät TSR 222 - Foto: D. Flohr

 

Sensoren Leichtes Torpedoschnellboot "Wiesel"  (Projekt 68.200) 63.300)

Das Konstruktionsbüro des VEB Jachtwerft Berlin legte den Vorschlag für ein Holzboot (Mahagoni) von 19 t Verdrängung vor. Es konnte in vier Varianten genutzt werden: Als Torpedo-Boot mit 3 Torpedorohren, als Minenleger und mit Alu-Sitzen zum Verbringen von 16 Kampfschwimmern oder 24 Mot-Schützen. Die Vorserie erhielt die Bezeichung Projekt 68.100 "Hydra". Die 26 Einheiten der Nachfolgeserie Projekt 68.200 "Wiesel" wurden von 1964 bis 1977 in Dienst gestellt.

Das in der DDR vom Funkwerk Köpenick entwickelte Navigationsradar KSA-5 arbeitete im I-Band und hatte eine Reichweite 24 sm. 

Antenne des Funkmeßgerätes KSA-5

Boot 995 des Typs Projekt 68.200 (Wiesel) mit dem Funkmeßgerät KSA-5 - Foto: D. Flohr

 

Sensoren des Rakentschnellbootes Projekt 205 (OSA I)

Ab 1960 liefen die Vorbereitungen zur Übernahme der sowjetischen Boote der OSA I-Klasse (Projekt 205), Deckname Moskit - deutsch Moskito. 1962 wurden die ersten 2 Boote in Peenemünde-Nordhafen übergeben. Bis Ende 1965 wurden weitere 10 Boote geliefert.

 Die Boote kamen in eine neu aufgestellte RS-Brigade mit der 1., 3. und 5. RS-Abteilung zu je 4 Booten.

Die Bewaffnung der Boote bestand aus vier Raketenstartgeräten für die Flugkörper  "P 15"

 (NATO-Code STYX) und zwei Flugabwehrgeschützen AK-230.

Die Sensoren der Boote bestanden aus dem sowjetischen See- und Luftraumüberwachungsradar mit Feuerleitfunktion für die Flugkörper MR-101 (Rangout), dem Feuerleitradar MR-104.

Das Radargerät MR-101 (Rangout) arbeitete im I-Band und hatte eine Reichweite von 20 sm im Navigationsmodus und 55 sm im Gefechtsmodus. 

Mast eines Raketenschnellbootes OSA I (Projekt 205)

Antenne MR-101 (Rangout) 

Nach Zielentdeckung durch das MR-101 (Rangout) und Identifizierung durch die FFK-Anlage NICHROM wurde das Ziel für die Feuerleitung an das MR-104 RYS (Rahe) – NATO-Code: Drum Tilt –es  arbeitete im I-Band und hatte eine Reichweite von etwa 22 sm - übergeben. Es diente der Feuerleitung der beiden Geschütze AK-230 und war mittschiffs auf dem Aufbau platziert. Es hatte eine runde Parabolschüsssel, die sich unter einem Kunststoff-Radom befand, der die Form einer um ca. 25o schräg aufgestellten Trommel hatte.  

Die Nichrom Freund-Feind-Kennanlage wurde benutzt, um von der Radaranlage ausgemachte Ziele abzufragen. Dabei wurden Ziele aufgefordert ihre Kennung abzustrahlen. Die abgestrahlte kodierte Kennung wurde auf dem Bildschirm des Radargerätes mit einem Zusatz zum  Rohvideo des Ziels dargestellt. 

Das MR-104 ermittelte die Schusswerte Richtung, Entfernung und Elevation des Ziels und steuerte nach entsprechender Schaltung am Feuerleitgerät eines oder beide Geschütze AK-230.

Feuerleitgerät MR-104 (Drum Tilt) hier auf  einem Boot Projekt 206

 

Sensoren Torpedoschnellboot Projekt 206 (Shershen)

Anfang der 60er Jahre des 20. Jahrhunderts wurde in der Sowjetunion ein Nachfolgetyp für das Projekt 183 entwickelt, das Projekt 206, ein größeres Boot mit vier Torpedorohren, zwei Geschützen AK-230, dem Seeraumüberwachungsradar MR-102 (Pot Drum), dem Feuerleitradar MR-104 (Drum Tilt) für die Artillerie und die Torpedowaffe und Minenschienen für bis zu vier Minen.

Sensoren Schulboot 814 des Projets 206 (Shershen) – Foto: F. Weigelt 

Das sowjetische Seeraumüberwachungsradar MR-102 BAKLAN (Kormoran) – NATO-Code: Pot Drum - arbeitete im I-Band und hatte einen flachen, leicht gewölbten Radom von etwa 1,5m Durchmesser. Es diente neben der Seeraumüberwachung der Torpedo-Feuerleitung und hatte eingeschränkte Fähigkeiten für die Luftraumüberwachung.

Nach Zielentdeckung und Identifizierung durch die FFK-Anlage NICHROM wurde das Ziel für die Feuerleitung an das MR-104 RYS (Rahe) – NATO-Code: Drum Tilt – übergeben. Es arbeitete im I-Band und hatte eine Reichweite von etwa 22 sm. Es diente der Feuerleitung der beiden Geschütze AK-230 und war mittschiffs auf dem Aufbau platziert. Es hatte eine runde Parabolschüsssel, die sich unter einem Kunststoff-Radom befand, der die Form einer um ca. 25o schräg aufgestellten Trommel hatte. 

Feuerleitradar MR-104 (Drum Tilt)

Das MR-104 ermittelte die Schusswerte Richtung, Entfernung und Elevation des Ziels und steuerte nach entsprechender Schaltung am Feuerleitgerät eines oder beide Geschütze AK-230.

 

Sensoren Kleines Torpedoschnellboot Projekt 131 (Libelle)

Im April 1969 begannen die Entwurfsarbeiten für ein kleines 30 t Torpedoschnellboot, das über bessere Seeeigenschaften, verbesserte funkelektronische Fähigkeiten und eine Luftabwehrkomponente verfügen sollte. Die Peenewerft wurde mit dem Bau eines Versuchsbootes beauftragt.

Da Boot verfügte über zwei ins Deck eingelassene von der Peenewerft entwickelte Torpedoprohre, eine 23mm-Flak auf Doppellafette ZU-23-2, zwei Minenausstoßvorrichtungen für die 1970 eingeführte Grundfernzündungsmine UDM und ein vom Gerätewerk Leipzig entwickeltes Navigationsfunkmeßgerät TSR 222. Das  Gerät arbeitete im I-Band und hatte eine Reichweite von ca. 20 sm.

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Antenne des TSR 222 von Gerätewerk Leipzig

Versuchsboot "V 11" beim Torpedoschießen - Bild: D. Flohr

Auf der Mastspitze wurde die Antenne der sowjetischen Freund-Feind-Kennanlage SRZO-2 Variante MIG installiert. Das Gerät arbeitete in drei Frequenzen 3 cm, 10 cm und 45 cm und verfügte über eine Abfrage- und Antwort- sowie eine Empfangskomponente.

Funkmeßantenne TSR 222 und FFK-Antenne SRZO-2 - Foto: T. Kunzmann

 

Sensoren Projekt 1241 RÄ (Tarantul)

Ab Oktober 1984 übernahm die Volksmarine fünf Kleine Raketenschiffe (KRS) des Typs Molnija (Blitz) - Nato-Code Tarantul - von der Sowjetunion.

Die Hauptbewaffnung bestand aus zwei Doppelstartanlagen für die Seezielflugkörper "P 21" und "P 22". Daneben verfügte das Schiff über ein 76mm-Geschütz AK-176 auf der Back und zwei sechsläufige 30mm-Revolverkanonen AK-630 (Gatlingguns) auf dem hinteren Aufbau. Auf dem Achterdeck befand sich weiterhin ein Vierfach-Raketenstarter FASTA für den Einsatz von STRELA-M Nahbereichsraketen.

Die Feuerleitung für das AK-176 und die beiden Maschinenkanonen AK-630 erfolgte über das sowjetische Feuerleitradar MR-123 (Vympel - deutsch Wimpel) - Nato-Code Bass Tilt - auf dem Dach der Brücke. Es arbeitete im H-Band und hatte eine Reichweite von 45 km.

 

Mast der "Hans-Beimler" - Foto: K. Scheuch

Für die See- und Luftraumüberwachung sowie die Zielzuweisung für die Seezielflugkörper "P 21 " und "P 22" wurde das sowjetische Funkmeßgerät 3Ts-25E (Garpun-B)-Radar - Nato-Code Plank Shave - benutzt. Es arbeitete im I-Band und hatte eine Reichweite von 141 km.

Als Navigationsradar wurde das sowjetísche Funkmeßgerät Pechora (Nato-Code Don-2 oder Spin Through) auf dem Brückendach installiert. Es arbeitete im I-Band.

Während die Baunummern 1241/0, 1241/03 und 1241/04 im Jahr 1994 verschrottet wurden, wurde Baunummer 1241/02 "Rudolf Eglhofer" ("Hiddensee") 2023 in den USA verschrottet. Die Baunummer 1241/05 "Hans Beimler " liegt als Museumsboot in Peenemünde.

 

Sensoren Projekt 151 (Balcom 10)

Für das deutsch-sowjetische Gemeinschaftsprojekt 151 (Balcom 10) war als Bewaffnung vorgesehen zwei Vierfachstartcontainer 1520 für die neuen feststoffangetriebenen Seezielraketen, ein 76mm-Geschütz AK-176 M auf der Back, eine sechsläufige 30mm-Revolverkanone AK 630 auf dem achteren Aufbau und ein Vierfach-Raketenstarter FASTA für den Einsatz von STRELA-M Nahbereichsraketen.

Die Feuerleitung für das AK-176 und die beiden Maschinenkanonen AK-630 sollte über das sowjetische Feuerleitradar MR-123 (Vympel - deutsch Wimpel) - Nato-Code Bass Tilt auf dem Dach der Brücke erfolgen. Es arbeitete im H-Band und hatte eine Reichweite von 45 km.

Mast der "Hans-Beimler" - Foto: K. Scheuch

Für die See- und Luftraumüberwachung sowie die Zielzuweisung für die Seezielflugkörper wurde das sowjetische Funkmeßgerät 3Ts-25E (Garpun-B)-Radar - Nato-Code Plank Shave - eingeplant. Es arbeitete im I-Band und hatte eine Reichweite von 141 km.

Als Navigationsradar wurde das sowjetsísche Funkmeßgerät Pechora (Nato-Code Don-2 oder Spin Through) auf dem Brückendach installiert.

Wegen der politischen Entwicklungin der DDR im Jahr 1989 stieg die UdSSR aus dem Projekt aus und die DDR reduzierte die Zahl der geplanten Boote von 18 auf 10.  Die Serienfertigung in der Peenewerft lief an und Boot 1 "Saßnitz" wurde noch an die Volksmarine übergeben,jeoch ohne Starcontainer und daher als Patrouillenboot klassifiziert. Ein weiteres Boot, "Ostseebad Binz" wurde nicht mehr in den Dienst der Volksmarine übernommen. Die beiden Boote erhielten nach der Wiedervereinigung MTU-Motoren und andere westliche Ausrüstung und wurden für die Bundespolizei als "Neustrelitz" (BG 22)  und "Bad Düben" (BG 23) in Dienst gestellt. Ver Rümpfe in verschiedenen Baustadien lagen noch jahrelang in der Peeenwerft und wurden 2010 abgebrochen. Die "Saßnitz" und die "Bad Düben" wurden 2010 von der Bundespolizei außer Dienst gestellt und 2018 verschrottet.