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Die Torpedos der TS-Boote der Volksmarine
Sowjetischer Dampfagastorpedo 53/56 W - Zeichnung aus W. Müller: Die TS der Volksmarine Zeichenerklärung
Die technischen Daten der Torpedos waren wie folgt:
Der Ausstoß aus dem Rohr erfolgte bei den Torpedorohren aus sowjetscher Fertigung mittels Pulverkartusche aus den Torpedorohren aus DDR-Fertigung (Entwicklung der Peenewerft) mittels Pressluft. Beim Ausstoß aus dem Rohr wurde am Torpedo der Öffnungshebel gelegt, der bewirkte, dass der Motor des Torpedos ansprang und die Antriebswelle in Betrieb setzte, die im Schwanzstück des Torpedos die gegenläufigen Propeller drehte, so dass der Torpedo sich im Wasser nicht drehte. Das Horizontalruder sorgte für das Einsteuern des Torpedos auf Schusskurs und das Halten des eingestellten Schusskurses und wurde durch den Geraglaufapparat gesteuert. Das Vertikalruder sorgte für das Einnehmen und Halten der eingestellten Tiefe und wurde vom Tiefenapparat gesteuert. Die Gefechtstorpedos hatten einen olivgrün gestrichenen Gefechtskopf. Die Übungstorpedos hatten einen rot-weiß-getreiften Kopf und für das Nachtübungsschießen mit eingebauter Kopflampe. Die Gefechtspistolen wurden nach 100 bis 150 m scharfgestellt und zündeten beim Aufprall auf den Gegner den Sprengstoff im Gefechtskopf. Das sowjetische Seeraumüberwachungsradar MR-102 BAKLAN
(Kormoran) – NATO-Code: Pot Drum - arbeitete im I-Band und hatte einen
flachen, leicht gewölbten Radom von etwa 1,5m Durchmesser. Es diente
neben der Seeraumüberwachung der Torpedo-Feuerleitung und hatte
eingeschränkte Fähigkeiten für die Luftraumüberwachung. Während von den Booten Projekt 183 Einzelschuss und das gleichzeitige Schießen beider Torpedos als Fächerschuss möglich war, mussten die Leichten und Kleinen Torpedoschnellboote einen Zeitverzug von ca. eine Sekunde beim Schießen beachten, damit die Torpedos nicht in der Luft zusammenstießen.
Projekt 62.300 (Iltis) schießt einen Gefechtstorpedo - Foto: D. Flohr
Übungsstorpedo im Luftfahrttechnischen Museum - Foto: K. Scheuch
Torpedofeuerleitung auf Projekt 16 und 57 Wie die Torpedofeuerleitung auf den Bootstypen Projekt 16 ("Lachs") und Projekt 57 ("Forelle") erfolgen sollte, ist nicht bekannt geworden.
Torpedofeuerleitung auf Projekt 183 Auf den Booten Projekt 183 (P 6) versorgte das Funkmeßgerät Zarnitza (Skin Head) und später das Gerät Reja (Pot Drum) nach Identifizierung mit dem FFK-Gerät Nichrom die Bootsführung mit den für einen Angriff erforderlichen Daten. Durch Einstellen von errechneten oder geschätzten Werten für Gegnerlage (Differenz zwischen Gegnerkurs und Gegnerpeilung) und Gegnergeschwindigkeit am mechanischen Torpedozielrechner KLN-1, der in der Mitte der Brücke aufgebaut wurde, ergab sich aus dem Winkel zwischen Rechtvorausrichtung (Bootskurs = Schusskurs) und Peillineal der Vorhaltwinkel.
Mechanischer Torpedozielrechner KLN-1des havarierten "Willi Bänsch" - Bild: Auszug aus Foto D. Flohr Wie der ehemalige Kommandant eines P 6 -Bootes, Kpt.z.S, a.D. Ulrich Gruhner, mitteilte wurde das Gerät zwar immer aufgebaut aber 1967/68 in der Praxis nicht benutzt. Kurs und Fahrt des Ziels wurde geschätzt bzw. mit dem Funkmeßgerät ermittelt und der Vorhaltwinkel wurde auf der Koppelspinne mit militärischer Navigation ermittelt. Später wurde eine von Kommandanten entwickelte Rechenscheibe benutzt, um nach Einstellen von Gegner-Lage und -Fahrt den Vorhaltwinkel abzulesen.
KLN-1 auf einem Boot Projekt 183 - Bild: Archiv U. Gruhner Der Angriff erfolgte entweder auf der Hundekurve und zum Schuss wurde das Boot so gedreht, dass der Winkel zwischen Ziel und Vorausrichtung dem Vorhaltwinkel entsprach oder auf dem errechneten Abfangkurs und das Boot drehte zum Schuss auf den Schusskurs (= Torpedokurs). Das Abfeuern des/der Torpedos erfolgte elektrisch von der Brücke und wurde von Hand am Rohr dupliziert. Auf den in der DDR gebauten Leichten und Kleinen Torpedoschnellbooten (LTS und KTS) kamen nicht nur die in der Peenewerft entwickelten Torpedorohre sondern auch die Torpedozieleinheiten (TZE) zum Einsatz. Das Abfeuern der Torpedos erfolgte elektrisch von der Brücke.
Torpedofeuerleitung auf Projekt 63.300 (Iltis) Die Boote Projekt 62.300 (Iltis) mit zwei nach achtern zeigenden Torpeodrohren schossen ihre Torpedos aus Torpedorohren, die bei der Peenewerft entwickelt worden waren, mit dem Schwanzstück zuerst achteraus. Das hatte den Vorteil, dass die Eintauchtiefe der Torpedos wesentlich geringer war als beimSchießen nach voraus, d.h. von diesen Booten konnten auf flacherem Waser mit relativ hoher Geschwindigkeit Torpedos geschossen werden. Der Ausstoß der Torpedos erfolgte mit Hilfe von Pressluft durch Betätigen der elektrischen Abfeuerung auf der Brücke oder einer Fußtaste am Rohr.
Abfeuern eines Üb-Torpedos von einem Boot Projekt 63.300 - Foto: D. Flohr Die Gegnerwerte Kurs und Fahrt wurden beim "Iltis" mit Hilfe des Seeraumüberwachungs- und Navigationsradars KSA-5 ermittelt und von Hand an der TZE eingegeben.
Torpedo-Ziel-Einheit (TZE) hier auf einem KTS - Foto: T. Kunzmann
Torpedorohr hier Verssuchsaufbau in der Peenewerft - Foto: Archiv Dr. H.Mehl Nach Einstellen von Gegnerkurs und Gegnerfahrt ergab sich der Vorhaltwinkel, der sich am Zeiger am Bug des stilisierten Zielfahrzeugs auf der TZE ablesen ließ. Da die Boote über keinen Kompressor verfügten, mussten die Pressluftbehälter im Hafen oder am Schwimmenden Stützpunkt aufgefüllt werden.
Torpedofeuerleitung auf Projekt 68.200 (Wiesel) Die Boote Projekt 68.200 (Hydra/Wiesel) mit drei nach achtern zeigenden Torpeodrohren schossen ihre Torpedos aus Torpedorohren, die bei der Peenewerft entwickelt worden waren, mit dem Schwanzstück zuerst achteraus. Das hatte den Vorteil, dass die Eintauchtiefe der Torpedos wesentlich geringer war als beimSchießen nach voraus, d.h. von diesen Booten konnten auf flacherem Waser mit relativ hoher Geschwindigkeit Torpedos geschossen werden.
Boot 999 Projekt 68.200 (Wiesel) - Bild aus Mehl: Die andere deutsche Marine Die Gegnerwerte Kurs und Fahrt wurden beim "Wiesel" mit Hilfe des Seeraumüberwachungs- und Navigationsradars Zarnitza ermittelt und an der TZE eingegeben.
Torpedo-Ziel-Einheit (TZE) hier auf einem KTS - Foto: T. Kunzmann Nach Einstellen von Gegnerkurs und Gegnerfahrt ergab sich der Vorhaltwinkel, der am Zeiger des stilisierten Zielfahrzeugs aus der TZE ablesen ließ. Das Abfeuern des Torpedos erfolgte elektrisch von der Brücke oder durch Fußtaste am Rohr.
Torpedofeuerleitung auf Projekt 131 (Libelle) Die Boote Projekt 131 (Libelle) mit zwei nach achtern zeigenden Torpedorohren schossen ihre Torpedos aus Rohren, die bei der Peenewerft entwickelt worden waren, mit dem Schwanzstück zuerst achteraus. Das hatte den Vorteil, dass die Eintauchtiefe der Torpedos wesentlich geringer war als beimSchießen nach voraus, d.h. von diesen Booten konnten auf flacherem Waser mit relativ hoher Geschwindigkeit Torpedos geschossen werden.
Boot 925 Projekt 131 in der Sammlung P. Tamm - Foto: K. Scheuch Die Gegnerwerte Kurs und Fahrt wurden bei der "Libelle" mit Hilfe des vom Gerätewerk Leipzig entwickelten Navigationsradars TSR 222 ermittelt und in die TZE eingegeben.
Torpedo-Ziel-Einheit (TZE) hier auf einem KTS - Foto: T. Kunzmann
Konsolen "Torpedozieleinheit", "Nebelanlage" und "T und M-Anlage" eines KTS - Foto: M. Thiel An der Konsole "Torpedozieleinheit" konnte für die beiden Torpedorohre der Schalter folgen gelegt werden und an den Leuchten "Einlaufkontrolle" abgelesen werden, ob das Einstellgerät am Torpedorohr arbeitete und an der Anzeige "Winkel-Kontrolle" der an das Rohr übermittelte Vorhaltwinkel mit dem an der TZE abelesenen Winkel übereinstimmte." An der Konsole 2T und M-Anlage" konnte nach Legen des Wahlschalters auf die Position "Torpedo" die Rohrwahl und die elektrische Abfeuerung vorgenommen werden.
Torpedo-Feuerleitung Projekt 206 (Shershen) Beim Projekt 206 (Shershen) erfolgte der Torpedoschuss aus den sowjetischen Rohren OTAM 53-206.
Schulboot "S814" - Foto: Dr. F. Weigelt Die Schusswerte wurden nach Zielentdeckung durch das sowjetische Seeraumüberwachungsradar MR-102 (Pot Drum) ermittelt und nach Identifizierung durch die FFK-Anlage Nichrom an den Torpedofeuerleitrechner gegeben. Der Vorhaltwinkel und damit der Schusskurs wurde durch das Gerät ermittelt und der GA-Winkel sowie Anweisungen für einen Fächerschuss und /oder den Schleifenlauf am Ende der Laufstrecke wurden über eine Konsole neben dem Hauptsichtgerät der MR-102 eingegeben und über das verplombte "Gerät 8" an den Torpedo übermittelt. Das Abfeuern des/der Torpedos erfolgte elektrisch von der Konsole und wurde am Rohr von Hand dupliziert. Bilder der Konsole für das Einstellen der Gegnerwerte und das Abfeuern der Torpedos stehen leider nicht zur Verfügung.
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